Rüdnitz

Geschichte | Ortsbeschreibung | Dorfkirche

 
Geschichte

Rüdnitz, früher Rudenitz und seit dem 16. Jahrhundert Rüdenitz, gehörte in älterer Zeit zum Schloß und später zum Amt Biesenthal und hatte mit diesem auch stets gleiche Besitzer. Rudenitz ist vermutlich eine Namensübertragung aus dem Raum um Jüterbog und könnte auf die Herkunft der ersten Siedler hinweisen. Die älteste Nachricht über Rüdnitz von 1375 (Landbuch) besagt, daß der Ort 88 Hufen besaß, 82 davon, eingeschlossen die Mühle, zahlten Pacht, Zins und Bede an das Schloß Biesenthal. Auch Gerichte und Wagendienste gehörten zum Schloß, welches damals Henning von Steglitz in Besitz hatte. Pacht von mehreren Hufen bezogen daneben von Hoppenrade und die Familie Ryken in Berlin.
Zu Rüdnitz wurde damals auch die "kleine Heide" gerechnet, die ebenfalls zum Schloß gehörte. Später hieß das Waldgebiet "die kleine Heide auf dem Barnim" und war um 1850 im Besitz der Dörfer Rüdnitz, Ladeburg, Danewitz und Schönfeld.
1577 traten die Arnims die Biesenthaler Güter an den Kurfürsten Johann Georg ab, der in Biesenthal ein kurfürstliches Amt einrichtete, zu dem nun auch Rüdnitz gehörte. 

Ortsbeschreibung

Rüdnitz, direkt an der Bundesstraße 2 gelegen, ist ein Dorf am südlichen Rand des landschaftlich sehr interessanten Biesenthaler Beckens.

Die Dorfkirche ist ein flachgedeckter Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Der quadratische Turmaufsatz mit Schweifhaube stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Im Ort gibt es einen Reiterhof für Besucher und Pferdefreunde und einen Fahrradverleih für sportlich Aktive. Im Wohnpark Rüdnitz steht ein Findling (ca. 1 m hoch) als ein Relikt der letzten Eiszeit.

Empfehlenswert ist ein Ausflug zur Langerönner Mühle oder zur Hellmühle am Hellsee.nach oben

Dorfkirche

Der flachgedeckte Feldsteinbau wurde wohl im 2. Viertel des 13. Jahrhundert mit eingezogenem Rechteckchor errichtet. Der quadratischer Turmaufsatz über dem Westgiebel mit zierlich verschieferter Schweifhaube (abgeschlossen mit einer Wetterfahne) datiert aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Die ursprünglichen rundbogigen Öffnungen sind bis auf 3 Pforten und die östliche 3. Fenstergruppe vergrößert oder zugesetzt.
Eine Restaurierung des Inneren erfolgte 1969.
Der Altaraufsatz stammt aus dem 1. Viertel des 17. Jahrhunderts unter Verwendung eines Schreines aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. In den Flügeln finden wir 6 Heiligenfiguren aus der Zeit um 1430/40. Im Mittelfeld zu sehen sind die geschnitzten Figuren der 4 Evangelisten, wahrscheinlich zum erwähnten Schrein gehörend, über ihnen schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube. Im balustergerahmten Aufsatz mit Beschlagwerk die Auferstehung Christi, im Giebel Madonnenkopf, wohl gleichzeitig entstanden mit den Schreinfigürchen.
Eine polygone Kanzel aus Sandstein, aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, steht nördlich unter dem spitzbogigen Triumphbogen. Die Kanzelbrüstung ist mit 9 Engelsköpfen zwischen Arabesken(Pilastern) geschmückt.
Die Westempore, das Gestühl und die Patronatsloge stammen aus dem 17. Jahrhundert.nach oben

 

� Märkische Eiszeitstraße, Ebert, Busse, de Taillez,�2003