Dorfkirche Als
am 19. November 1300 der brandenburgische Markgraf Albrecht III. den Zisterzienser-Nonnen
des Klosters Friedland bei Wriezen ihre Güter und Einkünfte bestätigte, darunter
auch 3 Wispel Roggen im Dorfe "Ladeborch", stand die Kirche schon etwa 60
Jahre. Für ihre frühe Bauzeit spricht auch die sorgfältige Ausführung der
Kirche. Die zum Bau verwendeten Feldsteine sind tadellos verarbeitet. Auf
das hohe Alter deutet auch die Gliederung des Baues hin. An das rechteckige
Schiff schließt sich ein quadratischer Chor, der etwas schmaler und niedriger
ist und daran eine fünfseitige Apsis (Altarnische) an, die übrigens eine
Besonderheit der Kirche ist. Das Schiff der Kirche ist flach gedeckt. Der
Chor wird durch Kreuzgewölbe mit scharfen Graten abgeschlossen, die Apsis
durch ein Kappengewölbe. Ganz besonders interessant und wertvoll ist ein
frühgotisches,also ein spitzbogiges Portal aus Kalkstein in der Nordwand
des Chores. Es handelt sich hier um Rüdersdorfer Kalk, welcher von den Mönchen
des Klosters Zinna abgebaut wurde. Das Ladeburger Portal stellt die wohl
älteste Verwendung dieses Gesteins für bildhauerische Zwecke dar. Den inneren
Abschluß des Portals bilden eine Hohlkehle und ein Rundstab. Die unteren
Steine sind mit stilisierten Blatt- und Blütenornamenten verziert, die oberen
tragen in Großbuchstaben die Inschrift: AVE MARIA,GRATIA PLENA! [Gegrüßt
seist du, Maria, voller Gnade!] Dieser Satz ist der Anfang des Engelsgrußes
an die Jungfrau Maria. Im Jahre 1853 erhielt die Kirche ihren jetzigen,
jedoch wenig schönen Turm sowie den Anbau an der Südseite. Beides paßt keineswegs
zu dem wuchtigen Feldsteinbau. Damals verschwand auch der barocke Turm
über dem Chor, welcher dem Dorf zu dem Namen "verkehrt Ladeburg" verholfen
hatte. Ladeburg war übrigens der einzige Ort im Barnim, der einen Chorturm
besaß. Einen zweiten gibt es nur im uckermärkischen Grünow.
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