Die Freienwalder Barnimdörfer |
| Unterbrochen wird die relativ einheitliche Hochebene durch die Gamengrundrinne. Es handelt sich hierbei um eine subglaziale (unter dem Eis verlaufende) Schmelzwasserrinne. Sie führte die auf und im Eiskörper anfallenden Schmelzwässer, welche sich entlang von Gletscherspalten zum Grunde des Eiskörpers bewegten, in das Warschau-Berliner Urstromtal ab. Zeitlich entstand demnach die Rinne beim Abtauen der Gletscher der Frankfurter Eisrandlage (etwa 18500 Jahre vor heute). Der Gamensee bei Krummenpfahl ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Foto W. Ebert |
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| Insgesamt liegen in dem 27 km langen und bis zu 400 m breiten Gamengrund zehn Seen und eine kleine Zahl von Wasserlöchern und Teichen. Dabei gibt es den Gamensee zweimal, bei Krummenpfahl und bei Tiefensee. Die zum Landschaftsschutzgebiet erklärte Seenrinne bildet eine einzigartige Landschaft mit teilweise mittelgebirgsartigen Formen. Es ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Der Gamensee im Gamengrund bei Tiefensee. Foto W. Ebert |
| Falkenberg mit den Ortsteilen Falkenberg/Mark, Dannenberg/Mark und Kruge-Gersdorf Höhenland mit den Ortsteilen Wölsickendorf-Wollenberg, Steinbeck und Leuenberg Heckelberg-Brunow mit den Ortsteilen Brunow und Heckelberg (817 Einwohner) und den Gemeindeteilen Beerbaum, Gratze und Tiefenseer Siedlung. Beiersdorf-Freudenberg mit den Ortsteilen Beierdorf und Freudenberg. | ![]() |
Die heute vorhandenen Türme wurden wesentlich später angebaut. Die einfachen Kirchenbauten weisen auf die meist begrenzten finanziellen Möglichkeiten der damaligen Dörfer hin. 
Mittelalterliche Dorfkirche in Heckelberg. Foto: W. EbertTypisch für die Barnimdörfer, wie sie von den Freienwaldern bezeichnet werden, sind die aus der Zeit der Besiedlung stammenden Feldsteinkirchen. Man nimmt an, dass zuerst von den gläubigen Siedlern Holzkirchen gebaut wurden, die dann nach 30 - 50 Jahren, wenn man das Geld zum Bau hatte, durch Feldsteinkirchen ersetzt wurden. Mit Ausnahme der beiden früheren Städtlein Beiersdorf und Heckelberg handelt es sich bei den heute noch vorhandenen originalen Bauwerken um einfache Chorquadratkirchen (Gersdorf, Leuenberg, Wölsickendorf) oder Rechtecksäle (Wollenberg, Brunow).

Vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit versetzten Kriege und Seuchen die Menschen in Angst und Schrecken. So waren es in der sog. Quitzowzeit (14./15. Jh.) rivalisierende Mächte, z.B. 1402 die Mecklenburger und 1432 die Hussiten, die hier großes Leid und Verwüstungen anrichteten.
Alles übertraf aber der Dreißigjährige Krieg (1818-48). Die Dörfer wurden ausgeraubt und niedergebrannt und ein Großteil der Menschen getötet. Den Rest besorgte dann die große Pestepidemie.
Viele Höfe standen danach leer und die Felder konnten nicht bewirtschaftet werden. Nur langsam wurden sie wieder besiedelt und Kirchen und Häuser wieder aufgebaut. Über eine Ansiedlung von Hugenotten im Gebiet ist nichts bekannt.
Ende des 18. Jh. erreichte der Feudalbesitz seinen Höhepunkt. In den meisten Dörfern des Barnims entwickelten sich Güter oder deren Vorwerke. Zahlreiche Bauern und Kossäten wurden zu Leibeigenen.
| uch im 20. Jh. forderten Kriege und Großbrände der Dorfbevölkerung große Opfer ab. Mit der Ansiedlung von Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg nahm die Bevölkerung stark zu und die Einwohnerzahlen erhöhten sich in den Barnimdörfern auf 200 - 400. Viele Häuser entstanden neu. Gutshof Wölsickendorf . Foto W. Ebert |
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Mit der Bodenreform erfolgte die Aufteilung des Gutslandes und mit der späteren Bildung von LPG entstanden großflächig bestellte Felder.
Auch im 20. Jh. forderten Kriege und Großbrände der Dorfbevölkerung große Opfer ab.
Mit der Ansiedlung von Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg nahm die Bevölkerung stark zu und die Einwohnerzahlen erhöhten sich in den Barnimdörfern auf 200 - 400. Viele Häuser entstanden neu.
Mit der Bodenreform erfolgte die Aufteilung des Gutslandes und mit der späteren Bildung von LPG entstanden großflächig bestellte Felder.
Bereits im Spätmittelalter erfolgte eine Einteilung des Landes Brandenburg in einzelne Distrikte oder Beritte. Die Barnimhochfläche gehörte, später als Kreis bezeichnet, zum Oberbarnim. Erst 1952 entstand mit der Bezirksbildung in der DDR der Kreis Freienwalde, dem auch der nordöstliche Teil des Barnims zugeordnet wurde.
Literatur:
• Homepage des Amtes Falkenberg-Höhe
• Friske, M.: Die mittelalterlichen Kirchen auf dem Barnim. Berlin, Lucas-Verlag 2001
• Touristik und Wandern - Reisegebiet Märkische Schweiz-Oderbruch - Gamengrund-Blumenthal.
Herausgeber der Karte: Landratsamt Märkisch-Oderland
© Märkische Eiszeitstraße, W. Ebert 2011