Allgemeines zur Region Groß Schönebeck

Das dem Ort Groß Schönebeck als Ausgangspunkt touristischer Aktivitäten entlang der Märkischen Eiszeitstraße zugeordnete Gebiet erfasst drei Landkreise: den Hauptteil nimmt der Landkreis Barnim ein, dem auch der Ort Groß Schönebeck zugehört. Im Norden erreichen wir den LK Uckermark (ab Groß Dölln) und im Westen den LK Oberhavel (westlich von Liebenwalde und Kurtschlag).

Großer Pinnowsee / W. Ebert
Eine Dreiteilung erfährt das Gebiet auch hinsichtlich seiner Landschaften. Hier nimmt die Schorfheide als der wichtigster Bestand- teil der Region fast zwei Drittel der Fläche ein. Sie war seit mehr als 700 Jahren das bevorzugte Jagdgebiet der brandenburgi- schen Markgrafen und Kurfürsten, der preußischen Könige und deutschen Kaiser sowie der späteren Repräsentanten des deutschen Reiches und der DDR. Durch diese Funktion wurde das Gebiet wesentlich geprägt. So erfolgten in geringem Umfang Waldrodungen und es entstanden nur wenige Siedlungen in Form kleiner Walddörfer. Die Bevölkerung arbeitete überwiegend in der Forstwirtschaft. Die landwirtschaft- liche Flächen konzentrieren sich überwiegend auf den Dorfbereich. Verbunden waren die Orte lediglich über gepflasterte Forststraßen. Heute zwar zumeist mit Asphalt überzogen, haben sie diesen Charakter vielfach noch erhalten.
Die Wälder der Schorfheide blieben bis in das 18. Jahrhundert in einem recht ursprünglichen Zustand. Erst unter der Regierung Friedrichs des Großen, der kein Jagdliebhaber war, aber immer viel Geld für seine Kriege benötigte, wurde auch der Wald der Schorfheide zum Gewinnobjekt. Hinzu kamen Glashütten, Teerbrennereien und andere viel Holz verbrauchende Gewerbe, die dem Wald mächtig zusetzten. Das Ergebnis waren stark aufgelichtete Bestände mit zahlreichen Blößen. Um das Wald- und Jagdgebiet zu erhalten, erfolgten mit Beginn des 19. Jahrhunderts umfang- reiche Aufforstungen, naturgedrungener Maßen vorwiegend mit Kiefer. So über- wiegen heute in der westlichen Schorfheide Kiefernforsten unterschiedlichster Ausprägung, die aber immer wieder von naturnäheren Waldresten durchsetzt sind. Heute gibt es in der Forstwirtschaft kaum noch Arbeitsmöglichkeiten. So hat sich notgedrungener Maßen auch die soziale Struktur der Bewohner geändert. Zuneh- mend lassen sich Rentner oder Angehörige selbständiger Berufe nieder. Ansonsten muss man versuchen, in den größeren Orten Arbeit zu finden. Beliebt sind die Walddörfer auch für Zweitwohnungen. Seit Jahren wird viel getan, um den Tourismus zu fördern und so neue Verdienstmöglichkeiten zu schaffen.
 

Auch der Waldexpress hilft bei der touristischen
Erschließung der Schorfheide. Aufnahme: Dr.H.  Domnick
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Fährt man von Groß Schönebeck nach Süden in Richtung Wandlitz, so ändert sich das Landschaftsbild sehr schnell. Ab Klandorf tritt der Wald zurück und lässt den Blick frei über große Grünflächen. Wir befinden uns jetzt im Bereich des Eberswalder Urstromtales, einer breiten Talsandfläche mit unterschiedlichem Grundwasserstand. Hier dominiert die Landwirtschaft, was an die ausgedehnten Straßen- bzw. Angerdörfern mit früher oft großen Gutshöfen leicht erkennbar ist.

Im Westen erreicht die Region die Havelniederung, ohne jedoch dabei größere Teile zu erfassen. Charakteristisch für die Flußauenlandschaft ist das Gebiet westlich von Liebenwalde bei Neuholland und hinter der ehemaligen Burg Liebenwalde in Richtung Bischofswerder. Durch Meliorationen und durch Kanalisierung wurde das ehemalige Bruch- und Moorgebiet trocken gelegt und einer landwirtschaftlichen Nutzung, vor allem der Viehwirtschaft, zugeführt.

Die Region Groß Schönebeck ist ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsgebiet der Berliner. Sie wird erschlossen durch die Bundesstraße 109 Berlin - Prenzlau, die bereits im Mittelalter eine sehr wichtige Heer- und Handelsstraße war. Man erreicht die Region am schnellsten über die A 11 Berlin - Stettin, Abfahrt Finowfurt und von hier aus über Zerpenschleuse oder Eichhorst nach Groß Schönebeck. Groß Schönebeck ist Endstation der Niederbarnimer Eisenbahn (Heidekrautbahn). Früher fuhr die Bahn auch nach Liebenwalde; ab 1997 wurde aber der Verkehr von Wensickendorf ab eingestellt.

� Märkische Eiszeitstraße, W. Ebert 2003