Grosssteingräber im Bereich
der Märkischen Eiszeitstraße

Neuenfeld | Trebenow | Mürow| Schwaneberg | Brüssow | Dedelow
Lützlow | Melzow | Wollschow| Schmiedeberg | Stegelitz

1. Neuenfeld- Urdolmen
Lage:
Das Großsteingrab von Neuenfeld befindet sich ca. 8 km westnordwestlichvon Brüssow in einer hügeligen Grundmoränenlandschaft.mit zahlreichen Söllenund einem kleinen See. Anfahrt: Von der Landstraße Prenzlau-Brüssow in Kleptownach Klockow abbiegen. Von dort führt eine Straße nach Norden direkt nachNeuenfeld. Am südlichen Ortseingang zweigt rechts (nach Südosten) ein schlechtbefahrbarer Feldweg in Richtung Carmzow ab. Etwa 1,5 Kilometer südlich desgenannten Abzweigs liegt südlich eines kleinen Sees links (östlich ) desWeges das Großsteingrab auf einer Anhöhe ca. 50 m im Acker. ( Der schlechteWeg ist am besten zu Fuß zurückzulegen! ).

Beschreibung:
Das Megalithgrab ist ein gut erhaltener Urdolmen aus Granitfindlingen. DieLangseiten bestehen aus je einem liegenden Trägerstein von 1,80 bzw. 1,60Meter Länge. Die Schmalseite im Nordosten wird durch einen Abschlußsteingebildet. Alle Steine befinden sich in ihrer originalen Lage. Die südwestlicheSeite ist offen. Ein Schwellen- oder Eingangangsstein wurde nicht beobachtet.Die lichte Weite der Kammer beträgt in der Länge: 2,20; Breite: 1,80; Höhe:0,80 Meter.Der Deckstein liegt in seiner originalen Lage auf den TrägernEr hat scheinbar eine gespaltene Unterseite. Auf ihm sind einige Schälchenangebracht. Der ursprüngliche Hügel ist noch als flache Erhöhung im Felderkennbar. (E. Sprockhoff 1967).

Weitere Bodendenkmale und Funde:
In der Gemarkung Neuenfeld wurden zahlreiche Steinzeitgerätschaften gefunden.Zwei weitere in älteren Karten verzeichnete "Hünengräber" sind heute verschwuden.Auch in der Nachbargemarkung Klockow waren im 18. Jahrhundert große Steinhaufenzu sehen, die wahrscheinlich von zerstörten Großsteingräbern stammten (H.Schumann 1904; E. Sprockhoff 1967; E. Kirsch 1993). Das 1978 ausgegrabeneFlachgrab (s.S.) wurde unweit des Großsteingrabes entdeckt. Nördlich desMegalithgrabes wurden in einer Sandgrube zwei Gefäße, ein Trichterbecherund eine Trichterrandschale, gefunden. Es wird vermutet, daß es die Beigabeneiner Bestattung waren, deren Skelett schon vergangen war (E. Kirsch 1993).Denkbar wäre aber auch, daß der hier ehemals Bestattete wieder ausgegrabenwurde, um in einem der Großsteingräber beigesetzt zu werden.
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2.Trebenow - Urdolmen
Lage:
Das Megalithgrab von liegt etwa 15 Kilometer nördlich von Prenzlau in einerflachwelligen Grundmoränenlandschaft westlich des Uckertales; etwa 700 Metersüdöstlich der Kirche von Trebenow.

Anfahrt:
Von der Bundesstraße 198 beim mittelalterlichen Steinkreuz vor Ellingen dieLandstraße nach Norden abbiegen über Schönwerder, Bandelow. Aus Richtung Bandelowkommend, befindet sich das Großsteingrab unmittelbar vor dem südlichen Ortseingangvon Trebenow hinter den Gebäuden der Agrargenossenschaft.
Beschreibung:
Urdolmen aus Granitfindlingen in nahezu nord-südlicher Ausrichtung. DieKammer steht in einem flachen runden Hügel. Die Trägersteine an den beidenLangseiten sind liegend angeordnet. Im Norden wird die Wand der Grabkammerdurch den Abschlußstein gebildet. Länge der Seiten: 2,30m und 1,90 m; DieSteine ragen 0,70 bis 0,80 m aus dem Boden und reichen noch bis zu 1,0 munter die Erdoberfläche. Breite der Kammer im Eingangsbereich etwa 1,50m. Auf den Wandsteinen der Grabkammer liegt ein großer Deckstein von 3,0m Länge und eine Dicke von 0,60 bis 1,0 m. In den Deckstein sind zahlreicheSchälchen eingeschliffen. Die Steine befinden sich alle in ursprünglicherLage (in situ). An der Öffnung der Grabkammer im Süden ist ein Schwellensteinnicht beobachtet worden. (H. Schumann 1904; E. Sprockhoff 1967). Die Grabanlageist zu unbekannter Zeit vollständig ausgeraubt worden.
Eine Nachgrabung durch den Prenzlauer Verleger August Mieck vor 1904 erbrachteden Nachweis der ungewöhnlich tief gegründeteten Wand- bzw. Trägersteine.Die Funde waren 2 Pferdezähne; 1 Stück eines verkohlten Röhrenknochens;2 kleine grauschwarze, unverzierte Scherben. Das Bodendenkmal wird von derGemeinde betreut und gepflegt.
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3.Mürow - erweiterter Dolmen
Lage:
Das Großsteingrab befindet sich ca. 6 km nordöstlich von Angermünde in derhügeligen Grundmoränenlandschaft auf der Gemarkungsgrenze der Dörfer Mürowund Frauenhagen. Das Bodendenkmal bildet einen markanten Grenzpunkt desBiosphärenreservates Schorfheide-Chorin

Anfahrt:
Landstraße von Angermünde über Mürow in Richtung Frauenhagen. Etwa 1 Kilometernördlich des Dorfes Mürow erhebt sich rechts (östlich) der Landstraße eineAnhöhe mit einer verwachsenen Sandgrube. Auf der Straßenböschung ist einInformationsstein aus schwarzem Granit aufgestellt. Darüber liegt auf demHügel das Großsteingrab. Parkmöglichkeit an der verwachsenen Sandgrube.

Beschreibung:
Das Mürower Großsteingrab ist ein erweiterter Dolmen aus Granitfindlingen.Der Informationsstein aus schwarzem Granit trägt die Aufschrift "Großsteingrab- Geschütztes Bodendenkmal. Errichtet um 2600 v. u. Z." Die Grabanlageist nordwestlich-südöstlich ausgrichtet. Die beiden Langseiten bestehenaus je zwei Trägersteinen mit glatten Innenseiten von 1,60 - 1,66 MeterHöhe. Die nordwestliche Schmalseite wird durch einen Abschlußstein inentsprechender Höhe verschlossen. An die südöstliche Schmalseite wurdeals Schwelle ein roter Sandsteinblock von halber Höhe gelehnt, so daßeine Einstiegsöffnung blieb. Der Innenraum ist 2,46 Meter lang und 0,96bis 1,36 Meter breit. Die Lücken zwischen den Wandsteinen waren mit Trockenmauerwerkausgezwickelt. Auf den Trägersteinen am nordwestlichen Ende der Grabkammerlag ein Deckstein in originaler Lage. Der zweite Deckstein lag in zweiStücke gespalten neben dem Grab. Um das Grab herum befand sich ein "Steinpflaster",vermutlich der Rest des Grabhügels. 1965 führte Horst Geisler vom Museumfür Ur- und Frühgeschichte Potsdam eine Ausgrabung durch. Er mußte festellen,daß die Grabanlage in früheren Zeiten bereits mehrfach durchwühlt wordenwar. Aus der Störung stammten Skelettreste eines Mannes und einer Frau;Scherben eines Trichterbechers und anderer Gefäße; Gefäßreste der Kugelamphorenkultur;Bruchstücke von zwei Spinnwirteln; Querschneider und Klingen aus Feuerstein.

In einigen Scherbenbefanden sich Abdrücke von Getreidekörnern. Außerhalb des Grabes wurdenScherben eines weiteren Trichterbechers sowie ein beschädigter Feuersteindolchgefunden. Nach der Ausgrabung wurde das Grab durch Aufsetzen des gespaltenenzweiten Decksteines rekonstruiert. Ein weiteres Großsteingrab wird bereitsim 18. Jahrhundert in den Welsower Töpferbergen erwähnt.






Grabungsfunde von Horst Geisler,
Museum für Ur- und Frühgeschichte Potsdam, 1965

Mittelalterliche Straßensperre:
Als die Ausgräber die beiden Bruchstücke des zweiten Decksteines neben demGrab freilegten, fanden sie diese eingebunden in das Fundament einer Mauer,die im Mittelalter (wahrscheinlich im 14. Jahrhundert) angelegt wurde, alshier zeitweise die Grenze zwischen brandenburgischem und pommerschem Herrschaftbereichverlief. Die heutige Landstraße, ist Teil einer alten Heerstraße, die vonAngermünde nach Stettin verlief. Diese sollte hier offenbar durch eine Straßensperrekontrolliert werden (H. Geisler 1966; E. Sprockhoff 1967; E. Kirsch 1993).Das Bodendenkmal wird von der Gemeinde Mürow gepflegt und betreut.
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4.Schwaneberg - erweiterter Dolmen in einem Denkmalensemble
Lage:
Das Großsteingrab liegt etwa 2 Kilometer nordöstlich von der Kirche desDorfes Schwaneberg. Das etwa 5 Kilometer entfernte Dorf Bagemühl im Randowtalist Ausgangspunkt des Steinzeitwanderweges zum Wollschower Gräberfeld.

Zufahrt:
Von der Autobahn A 11, Anschlußstelle Schmölln nach Norden. Am nördlichenOrtsausgang von Schwaneberg zweigt rechts eine Feldsteinstraße nach Battinab. Nach etwa 1 km zweigt nach rechts ein unbefestigter Feldweg zur Randowab. Von hier aus sind das Großsteingrab und zwei weitere Grabhügel in derAckerfläche gut zu erkennen.
Beschreibung:
Erweiterter Dolmen aus Granitfindlingen in einem runden Steinhügel. DieNordost-Südwest ausgerichtete Kammer besteht aus einem Abschlußstein imNordosten. Eine Seitenwand besteht aus einem langen liegenden Trägersteinen,die andere aus zwei Trägersteinen. An der Öffnung im Südwesten ist keinSchwellenstein (Eingangsstein) erkennbar. Über dem nordöstlichen Teil derKammer liegt ein Deckstein. Der vordere Deckstein im Südwesten ist in dieKammer gesunken. Die Grabkammer ist innen 2,65 m lang; 1,5 m breit und 1,2m hoch. Aus der Grabkammer sollen Keramikscherben der Trichterbecherkulturund ein Beil, ein Meißel und eine Klinge aus Feuerstein stammen (H. Schumann1904; Sprockkhoff 1967; Kirsch 1993).

Erweiterter Dolmen Schwaneberg.
(nach Sprockhoff, 1967)
WeitereBodendenkmale:
In der Gemarkung Schwaneberg sind 14 jungsteinzeitliche Fundplätze bekannt.Hinzu kommen weitere Fundplätze in den nördlich benachbarten GemarkungenBattin und Bagemühl. Auf der Grundmoränenplatte westlich über dem Randow-Urstromtalliegen das Großsteingrab und weitere 8 markante Grabhügel. Als ein Ensemblevon Bodendenkmalen bestimmen sie das Landschaftsbild. Von den übrigen Hügelnhatten einige an der Basis Steineinfassungen. Auf allen Hügeln wurden Bruchstückevon großen Steinen beobachtet bei denen die Bohrkanäle bewiesen, daß siedurch Pulver gesprengt wurden. Deshalb vermutete bereits Schumann, daß dieseHügel früher ebenfalls Megalithgräber getragen haben können. Denkbar wäre,daß in einigen Fällen nur die Decksteine gesprengt wurden und die Grabkammernmit den Wandsteinen noch erhalten sind. Die Steineinfassungen heute nichtmehr sichtbar. Sie sind entweder beseitigt oder durch Lesesteine überdeckt.1,4 km südöstlich der Kirche von Schwaneberg liegt auf eiinem Höhenrückenein länglicher Hügel. Auf der halben Höhe des westlichen Hanges war eineSteinreihe sichtbar. Im südlichen Teil befinden sich als Rest eines Megalithgrabesein Trägerpaar und ein Deckstein anscheinend noch in ihrer originalen Lage.Es handelt sich hier offenbar um einen Langhügel mit megalithischer Kammerund Hünenbett (Kirsch 1994). Der Hügel ist heute völlig mit dichtem Buschwerküberwachsen und d
ieBefunde sind nicht sichtbar.
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5.Brüssow-Hammelstall - erweiterter Dolmen und weitere Steinzeitgräber
Lage:
2 Kilometer südlich von Brüssow, liegt das Vorwerk Hammelstall und nördlichdes Vorwerks liegt ein bewaldeter Hügel, der Hammelstaller Berg oder Tanger.

Zufahrt:
Brüssow ist von Prenzlau (20 km) auf der Landstraße bzw. von der AutobahnA 11, Anschlußstelle Schmölln, (15 km) zu erreichen. Von Brüssow aus führteine z. T. sehr schlechte Verbindungsstraße zu dem 2 km südlich liegendenOrtsteil Hammelstall. Am Waldrand, ca. 500 m vor dem Beginn des OrtsteilsHammelstall, beginnt ein ausgeschilderter Wanderweg Richtung Krebssee undHünengrab im "Hammelstaller Tanger". Die Umgebung von Brüssow, der nordöstlichstenStadt Brandenburgs, war in der Jungsteinzeit dicht besiedelt. ZahlreicheSiedlungsfunde der Jungsteinzeit auf dem Hammelstaller Berg belegen denengen räumlichen Zusammenhang zwischen Siedlungen und Bestattungsplätzen.

5.1. ErweiterterDolmen

Die bereits 1845 erwähnte Grabanlage aus Granitfindlingen liegt am südöstlichenHang des Hammelstaller Berges. Sie ist Nordost-Südwest ausgerichtet. Dienordöstliche Schmalseite wird durch einen Abschlußstein gebildet, die Langseitenbestehen aus je zwei Trägersteinen. Diese ragen 1,15 m bzw. 1,45 m aus derErde und stecken etwa ebenso tief in der Erde. Die südwestliche Schmalseiteist als Eingang offen. Ein Schwellenstein wurde nicht beobachtet. Die Innenmaßebetragen 2,50 m in der Länge und 0,90 m in der Breite. Auf der Kammer liegenzwei Decksteine. Das Grab ist von einem niedrigen rundlichen Hügel umgeben.Die Anlage war bereits im 19. Jahrhundert gestört. Um 1900 wurde das Großsteingrabauf Veranlassung des Uckermärkischen Museums- und Geschichtsvereins rekonstruiert.Beim Aufsetzen der Decksteine errechnete man das Gewicht eines Decksteinsmit etwa 4 000 Kilogramm - also 4 Tonnen. Vom _self des Grabes waren nureinige Gefäßscherben der Trichterbecherkultur erhalten geblieben (H. Schumann1904; H. Sprockhoff 1967; E. Kirsch 1993).

5.2. Blockkiste

Etwa 150 m nordwestlich vom Großsteingrab entfernt legte der ehrenamtlichenBodendenkmalpfleger Heinz Pöller 1976 auf dem Hammelstaller Berg eine weitereneolithische Grabanlage frei, ein ca. 4000 Jahre altes Steinblockkistengrab(I. Nilius 1979). Die Nordwest-Südost ausgerichtete Grabkammer war in denBoden eingesenkt. Drei Seiten bestanden aus dicken Steinblöcken. Die südöstlicheSchmalseite war mit dünnen Steinplatten zugesetzt. Bedeckt war die Kammermit drei Steinplatten. Der Boden der Kammer war mit rotem Sandstein gepflastert,daüber war ein Lehmestrich verstrichen. Außen war die Kiste von einer Steinpackungumgeben und wahrscheinlich von einem Hügel überdeckt. In der Kammer befandensich Skelettreste von mindestens drei Menschen. Die Keramikbeigaben, eineHenkeltasse und ein kleines verziertes Hängefäß werden der Havelländer Kulturzugewiesen.

Blockkiste mit Beigaben.
Sch 1-3 = Schädel
(nach E. Kirsch, 1993)


Die Blockkammer selbst ist wahrscheinlich in der frühen Trichterbecherkulturangelegt worden (E. Kirsch 1993).

5.3. Steinkistenund Flachgräber

Auf dem nordwestlichen Teil des Hammelstaller Berges wurden vor 1900 5 Steinkistengräbergefunden, die der Trichterbecherkultur zugeordnet werden können. 9 Flächgräberwerden auf Grund der Beigaben der spätneolithischen Oderschnurkeramik zugeordnet
(H. Schumann 1904; J. Jacobs 1991).
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6.Dedelow / Steinfurth - Großdolmen
Lage:
Das Großsteingrab liegt 2,5 Kilometer nördlich vom Dorf Dedelow und 0,3Kilometer nördlich des Ortsteiles Steinfurth.

Zufahrt:
Auf der Bundesstraße 198 nach Dedelow. Im Dorf zweigt nach Norden eine Verbindungsstraßezum Ortsteil Steinfurth ab. Nach dem Durchfahren Steinfurths liegen linkerhandca. 50 m vom Straßenrand entfernt zwei mit Bäumen bestandene Hügel in derAckerfläche.
Beschreibung:
Der westliche Hügel enthielt wahrscheinlich ehemals ein Großsteingrab. Imöstlichen Hügel befindet sich das z. T. zerstörte Großsteingrab. Die Kammerist annähernd West-Ost ausgerichtet. Die Wand- bzw. Trägersteine sind etwa1,5 Meter hoch und ragen aus der heutigen Hügeloberfläche bis zu 0,7 Meterhervor. Sie waren früher noch höher, wie jedoch zahlreiche Bohrlöcher beweisen,hat man die oberen Teile weggesprengt. Die westliche Schmalseite wird durcheinen breiten Abschlußstein gebildet. Die beiden Langseiten bestehen ausje drei Wand- bzw. Trägersteinen. An der östlichen Schmalseite stand derschmale Abschlußstein vermutlich an der Seite und ließ eine Öffnung fürden Zugang frei. (vergl. H. Schumann 1904, Taf. VI) Die Innenabmessungenbetragen in der Länge 2,50 Meter und in der Breite 1,20 bis 1,40 Meter.Über die Decksteine liegen keine Beobachtungen vor. Vom _self des Grabesist nur bekannt, daß bei der Entdeckung 1838 "unverbrannte Gebeine" in derKammer gefunden wurden. Spätere Nachgrabungen blieben ohne Ergebnisse (H.Schumann 1904; E. Sprockhoff 1967). Typologisch ist dieses Megalithgrabnach der Definition von E. Schuldt (1972) als Großdolmen einzustufen, daes mehr als zwei Joche aufweist.
Weitere Bodendenkmale:

Die Umgebung von Dedelow ist reich an jungsteinzeitlichen Siedlungshinweisen.H. Schumann konnte in der Gemarkung ein Blockkammergrab und ein Kollektivgrabmit Brandbestattungen ausgraben. In der Historischen Beschreibung der Chur-und Marck Brandenburg (Berlin 1752) beschreibt Bernhard Ludwig Beckmannsogar ein "Hünen- oder Heldenbette" mit Wächtersteinen, von denen einermindestens 2,0 Meter hoch war. Es lag östlich von Dedelow in der Feldmark.
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7.Lützlow - Großdolmen
Lage:
Die Imitation eines Hünengrabes befindet sich ca. 1,5 km südöstlich desehemaligen Gutshauses Lützlow auf einem Hügel, der von der Grundmoränenflächein das Randowtal hineinragt.

Zufahrt:
Von der Autobahn A11, Anschlußstelle Prenzlau über Gramzow nach Lützlow.Vom Gutshaus. führt eine Feldsteinstraße, ab Ortsausgang ein unbefestigterFeldweg direkt zum Ehrenhain "Lützlower Hünengrab". Eine kleine Parkflächefür Besucher ist vorhanden.
Beschreibung:
Das "Lützlower Hünengrab" ist eine Nachahmung Großsteingrabes in Form einesGroßdolmens aus Granitfindlingen. Wilhelm von Arnim ließ es 1924 / 25 zumGedenken an die Toten des ersten Weltkrieges, insbesondere an die Gefallenendes Ortes Lützlow, als Kriegerdenkmal errichten. Die nachfolgende Beschreibungstützt sich auf Familienüberlieferungen von Horst Kühn (Gramzow) und Auskünftevon Wilhelm Wever (Neu-Kleinow): Der Steinmetzmeister Rieh (geb. 1905) hatals junger Geselle im elterlichen Betrieb an der Errichtung des Hünengrabesmitgearbeitet. Die Steine wurden auf Schleppen und eigens dafür gebautenflache Rollwagen aus dem Forstbereich der Försterei Teerofen, zwischen Passowund Schwedt, herbeigeschafft. Zur Herstellung der Schleppen wurden Bäumegefällt, die eine Gabel bildeten. Hier wurden die Steine heraufgewuchtet.Die flachen Rollwagen baute der damalige Gutsstellmacher Otto Huth aus Lützlow.Dessen Sohn (geb. 1919) kann dies noch bestätigen. Er hat damals auch alsKind am Straßenrand gestanden, um den für die damalige Zeit sensationellenTransport zu sehen.
Bis zu 12 Pferde wurden vor die Schleppen und die Wagen gespannt.Bei derAufrichtung der Steine zum "Hünengrab" wurden Dampfpflüge herangezogen.DasDenkmal wurde aber nicht vollendet. Ein dazu gehöriger Stein liegt nochheute, seit 1932, auf dem Hof des ehemaligen Steinmetzmeisters in Gramzow.Er sollte mit einer Inschrift versehen werden, was aber nicht mehr geschah.Um das eigenwillige Denkmal herum wurden in einem großen Kreis SchwedischeMehlbeerbäume für jeden gefallenen Lützlower des Ersten Weltkrieges angepflanzt,die einen grandiosen und gepflegten Ehrenhain bilden. Vom "Hünengrab" hatman einen sehr instruktiven Überblick über das Randowtal.
 
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8.Melzow - Urdolmen
Lage:
Das Megalithgrab von Melzow liegt im Forst Gramzow auf den Zimmerbergenim Naturschutzgebiet "II 12" des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin.einem stark kuppigen von zahlreichen kleinen Seen und Mooren durchsetztenGelände. Das große Waldgebiet beiderseits der Autobahn A 11 zwischen Blankenburg,Melzow und Stegelitz sowie Steinhöfel, Wilmersdorf und Neumeichow enthälteine Vielzahl von obertägig sichtbaren Bodendenkmälern, die für Besuchernoch zu erschließen sind.

Zufahrt:
Von der Autobahn A11, Anschlußstelle Warnitz auf der alten Pflasterstraßevon Warnitz in Richtung Meichow. Nach etwa 1 km weist linkerhand ein kleinesHinweisschild auf das nördlich der Straße auf einem Hügel gelegene Großsteingrabhin. Der auch von Meichow aus mögliche Abstecher zum Megalithgrab, direktvon der "Märkischen Eiszeitstraße" aus, ist allerdings etwas länger (hiersehr schlechter Straßenzustand!).
Beschreibung:
Urdolmen aus Granitfindlingen, in Ost-Westrichtung. Innenmaße der Kammer:Länge 1,20 m; Breite 1,0 m; Höhe der Trägersteine 1,1 m. Das Grab ist biszur halben Höhe der Trägersteine in den Boden eingesenkt. Ein Rest des gespaltenenDecksteins liegt noch über dem östlichen Wandstein. Die Lücken an den Eckenzwischen den Wand- bzw. Trägersteinen sind mit kleinen Steinen ausgezwickeltworden. Der südliche Wandstein ist kürzer als der nördliche. Dadurch entstandan der Südwestecke der Grabkammer eine größere Lücke, die durch einen plattenförmigenStein und Rollsteine zugesetzt wurde. Es entsteht der Eindruck, als ob hierein möglicher Zugang zur Grabkammer geschlossen worden ist.
DieZugangsmöglichkeit für die Einbringung von Nachbestattungen weist den Urdolmenals Kollektivgrab aus. Das Grabmal wurde 1986 durch ehrenamtliche Bodendenkmalpflegerentdeckt und restauriert. Daran erinnert ein Gedenkstein aus rotem Granit.
 
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9.Wollschow - Riesensteingräberfeld

Lage:
Das Ensemble von Bodendenkmalen liegt auf einer Talsandinsel im Randow-Urstromtalöstlich der auf der Grundmoräne liegenden Dörfer Wollschow, Woddow und Menkin

Zufahrt:
Von der Autobahn A 11, Anschlußstelle Schmölln, über Schwaneberg, Grünbergzum Dorf Bagemühl (Parkmöglichkeit). Hier beginnt der ausgeschilderte Steinzeitwanderweg.Der Wanderweg ist für Kraftfahrzeuge gesperrt !!! Weitere Zufahrtsmöglichkeitvon Prenzlau auf der Landstraße über Brüssow in das Dorf Wollschow. Naheder Kirche biegt von der Dorfstraße eine nicht befestigte Straße in RichtungRandowtal ab. Im Kiefernhochwald (Parkmöglichkeit) biegt nach rechts derWaldweg nach Bagemühl ab (Schälchensteine!). Für Kraftfahrzeuge gesperrt!!! Nach ungefähr 500 m auf dem Forstweg erreicht man eine Schutzhütte ander Kiefernschonung. Hier befindet sich die zentrale Gruppe des Großsteingräberfeldes.

Beschreibung:
Die Grundmoräne westlich des Randowtales, insbesondere die sanft zum Randowtalgeneigten Hänge sind durch zahlreiche Funde und Befunde als Siedlungsgebietder jungsteinzeitlichen Ackerbauern ausgewiesen. In der Aue des Randowtaleserstreckt sich von Menkin im Norden bis Bagemühl im Süden eine etwa 6 Kilometerlange Talsandinsel, die größtenteils mit Kiefernwald bestanden ist. Siewird "Sandfeld" genannt. Der nördliche Teil heißt "Steinfeld". Auf diesemGelände befinden sich jungsteinzeitliche Gräber in Gruppen verteilt undeinzeln. Hugo Schumann untersuchte 1903 einige Anlagen.Viele Gräber warenbereits früher ausgeräumt und zum Teil auch zerstört worden. Der WollschowerBauunternehmer Bresin hatte mehrere Gräber ausgegraben und eine Sammlungvon steinzeitlichen Gefäßen und Geräten angelegt. 1929/30 sowie 1934/35führte Albert Kiekebusch vom Märkischen Museum Berlin Ausgrabungen auf demSandfeld durch. 1972/73 stellten Mitarbeiter des Museums für Ur- und FrühgeschichteSchwerin Nachuntersuchungen in allen noch vorhandenen Gräbern an. Insgesamtwaren 40 Anlagen nachweisbar. 1992 wurden von der Gemeinde Bagemühl Pflegemaßnahmeneingeleitet, die vor allem den dichten Pflanzenwuchs von den Bodendenkmalenentferten.
DasErgebnis ist der Steinzeitwanderweg.Ein unaufdringlich markierter Rundwegführt zu den einzelnen Grabanlagen und Bodendenkmalen. Südlich dieser Gräbergruppebefinden sich am Waldweg Richtung Bagemühl weitere z. T. zerstörte Großsteingräber.Von einem wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zu seiner gewaltsamen Öffnungsogar der Deckstein weggesprengt. Noch heute liegt er rund hundert Metervom Grab entfernt im Wald.


Plan des Gräberfeldes Wollschow
(nach E. Schuldt, 1975)

9.1.Hünenbett mit Steinplattenkisten

(Grab 1) 1 An der nördlichen Grenze der umfangreichstenGräbergruppe liegt ein Hünenbett. Es besteht aus einer trapezförmigen lückenhaftenSteinsetzung in der Ausrichtung Nordwest-Südost. Die Steinsetzung ist 20Meter lang, die Maximalbreite im Südosten beträgt 6 Meter, die Breite imNordwesten 3,5 Meter. Innerhalb der Steinsetzung befand sich früher einetwa 1 Meter hoher wallartiger Hügel. Er wurde schon um 1900 durchwühlt.Viele Steine weisen Spuren von Sprengversuchen auf. Die zahlreichen Rollsteineund Blöcke hält E. Kirsch mit Vorbehalt für die Steinpackung der ursprünglichenBestattung. Im südöstlichen Teil des Hünenbettes hatte bereits Bresin eineSteinkiste aus vier Rotsandsteinplatten gefunden. Die Innenmaße betrugen1,7 Meter Länge und 1,0 Meter Breite. Die Tiefe unter der steinzeitlichenBodenoberfläche erreichte 1,2 Meter.Das Grab war schon früher ausgeraubtworden. Die Steinplatten wurden in einer Brücke in Wollschow verbaut. Vonden Mitarbeitern des Märkischen Museums wurde eine kleinere Steinplattenkistemit Deckplatte im nordwestlichen Teil des Hünenbettes untersucht. Sie warvon der alten Erdoberfläche 0,5 Meter eingetieft. Diese Steinplattenkisteist im Lichten 0,85 Meter lang und 0,5 Meter breit. Die Ecken waren sorgfältigmit kleinen Steinplaten und Lehm abgedichtet. In der Steinkiste befandensich in Hockerstellung die Skelette von zwei 6-8-jährigen Kindern, sowiedie Reste eines dritten Kinderskeletts.2 Als Beigabe standein tassenförmiges Gefäß mit breitem Henkel in der Steinkiste. Die beidenSteinkisten wurden offenbar als "Nachbestattungen" in das früher angelegteHünenbett eingebracht. Nach der Ausgrabung wurde das Hünenbett restauriert.

9.2. Urdolmen

In einem flachen Hügel gegenüber der Schutzhütte liegen östlich des Wegesdrei Steingräber nebeneinander, die als Urdolmen zu bezeichnen sind (Gräber3-5). Die Langseiten der Grabkammern werden durch liegende Steinblöcke gebildet.Bei dem mittleren Gab fehlt ein Seitenstein (Grab 4). Decksteine sind nichtmehr vorhanden. Die Wandsteine der Gräber waren bis zu einem Drittel ihrerHöhe in eine jungsteinzeitliche Siedlungssicht eingetieft. Die geringenInnenmaße der Kammern (Länge 1,40 bis 1,60 Meter, Breite unter 1,0 Meter)erinnern daran, das hier ursprünglich nur eine Bestattung vorgesehen war.Die Gräber sind zu unbekannter Zeit ausgeräumt worden. Zwischen dieser Gräbergruppeund dem Hünenbett liegt ein weiterer Urdolmen (Grab 2), dessen Wandsteinevollzählig erhalten sind. Auch hier fehlt der Deckstein. Im östlichen Teilder Gräbergruppe liegt ein kleiner Urdolmen (Grab 14), dessen Langseitenaus einem in der Mitte zersprungenem Granitblock gebildet werden. Die nördlicheSchmalseite ist mit einer Rotsandsteinplatte geschlossen. Vor der südlichenSchmalseite steht schräg eine Rotsandsteinplatte und markiert vielleichteine Eingangsöffnung. Der Deckstein, der die Kammer vollständig bedeckte,ist zur Seite geschoben. In der gestörten Kammer wurden die Reste einesmenschlichen Skelettes und einige Tonscherben gefunden.

9.3. Steinplattenkistemit Deckstein

Ungefähr im Zentrum der Gräbergruppe liegt eine Steinplattenkiste, die 1929von den Mitarbeitern des Märkischen Museums untersucht werden konnte (Grab34). Wegen der eigenartigen Form des Decksteines bezeichneten die Ausgräberndie Anlage scherzhaft als "Walfischgrab". Die Kiste ist aus 4 dünnen Kalksteinplattenzusammengestellt. Der Deckstein ist zersprungen. Der größere Teil liegtnoch in originaler Lage auf der Kiste. Das kleinere Bruchstück wurde nachder Ausgrabung daneben aufgestellt. Die Kiste war bis zur Oberkante derWandplatten in die alte neolithische Erdoberfläche eingetieft.. Die Innenmaßebetragen Länge 1,50, Breite 0,6 und Tiefe 0,7 Meter. Die Fugen waren mitLehm ausgestrichen. Den Boden bildete eine Schüttung aus zerschlagenem Kalkstein,darüber befand sich eine Diele aus Lehm. Die weitgehend vergangenen Knochenrestedeuteten ein auf der rechten Seite liegendes Skelett mit angezogenen Gliedmaßenan (sogen. "extremer rechter Hocker"). Als Beigaben befanden sich ein Tongefäßmit Henkel und eine querschneidende Pfeilspitze in dem Grab.



Grabungsbefund, Bestattung


9.4.Erweiterter Dolmen

Etwa 700 Meter südlich der Hauptgruppe zweigt vom Bagemühler Weg nach Westenein Weg nach Woddow ab. Ein Hinweispfeil weist auf eine Gruppe zerstreutliegender Steingräber nördlich dieses Weges. Darunter befindet sich dereinzige erweiterte Dolmen des Wollschower Gräberfeldes. Das Grab wurde schonvor 1904 vom Baumeister Bresin ausgeräumt. Durch die Ausgrabung von E. Schuldtwurde die Anlage wieder freigelegt. Die Langseiten der Grabkammer bestehenaus je zwei Wand- bzw. Trägersteinen. Die nordöstliche Schmalseite ist miteinem Abschlußstein geschlossen. Die südwestliche Schmalseite war mit Rollsteinenzugesetzt. Die Lücken zwischen den Wandsteinen waren sorgfältig mit kleinenflach geschichteten Rotsandsteinplatten gefüllt. Bei der Entdeckung lagenzwei Decksteine über der Kammer, von denen einer schon durch Sprengungenbeschädigt war. Die Innenmaße betragen 1,9 Meter in der Lände, 0,9 Meterin der Breite. Die Wandsteine sind 1,0 Meter hoch. Die Wandsteine warenbis zu ihrer halben Höhe in den anstehenden Boden eingelassen.


Das Grab war mit einem Rollsteinhügel umgeben. Zu einer runden Einfassungkönnten die in der Umgebung verstreuten Steinblöcke gehört haben. In diesemGrab war offenbar eine Bestattung in Form einer Knochendeponierung erfolgt.Darauf läßt jedenfalls die Beobachtung schließen, daß an der südwestlichenLängswand nur noch Arm- und Beinknochen leidlich erhalten waren und derSchädel auf den Beckenknochen lag.3 Als Beigaben standenzwei Kugelamphoren neben dem Knochendepot. Außerdem wurden drei Feuersteinbeile,mehrere Klingen, eine querschneidende Pfeilspitze sowie Schweine- und Rinderknochenin der Kammer gefunden. Der unbeschädigte Deckstein dieses Großsteingrabeswurde als Grabstein für den 1909 verstorbenen Sanitätsrat Dr. Hugo Schumannauf dem Friedhof in Löcknitz aufgestellt.

Wollschow, Kugelamphoren aus Grab 23
(nach E. Schuldt, 1975)
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10.Schmiedeberg - rekonstruierter Urdolmen
Lage:
Das Megalithgrab liegt südwestlich des Dorfes Schmiedeberg auf einem Hügelam Nordufer des Großen Kaul-Sees.

Zufahrt:
Das Dorf Schmiedeberg liegt an der Märkischen Eiszeitstraße d.h. an der BundesstraßeNr. 198 zwischen Angermünde und Gramzow. Der Ort ist auch zu erreichen vonder Autobahn A 11, Anschlußstelle Pfingstberg über Wilmersdorf, Greiffenbergoder von der Anschlußstelle Prenzlau über Gramzow, Meichow. In Verlängerungder Dorfstraße zwischen Kirche und Gutshof führt ein Weg nach Süden zum Kaulsee.Jenseits des Baches, der hier in den See mündet, liegt das Megalithgrab ineinem verwilderten Park.
Beschreibung:
Das Megalithgrab ist ein Urdolmen mit Schwellenstein. Er steht in einemRollsteinhügel, der von einem Ring größerer Steine umgeben ist. Zwischenden Rollsteinen liegen auch einige Mahlsteine. Dieses Megalithgrab standfrüher an anderer Stelle. Es wurde auf Veranlassung des RittergutsbesitzersJoachim Otto von der Hagen auf den Hügel am Kaulsee umgesetzt.
 
WeitereBodendenkmale:
Die Gemarkung Schmiedeberg bietet ein Beispiel für die großen Verluste,die an den ehemals reichen Bodendenkmalbeständen eingetreten sind. Der inSchmiedeberg geborene bekannte Germanist Friedrich Heinrich von der Hagenbeobachtete um 1800 auf den Feldern über dem Nordrand des Welsetales sowienördlich von Schmiedeberg und in den westlich gelegenen Waldgebieten "eineMenge solcher Gräber, die aus drei großen Steinblöcken bestanden und miteinem vierten größeren überdeckt, gleichsam einen Opferaltar bildeten ..."(H. Schumann 1904, S. 45). Es handelte sich nach dieser Beschreibung offensichtlichum obertägig sichtbare Urdolmen. 1831 waren nur noch 12 Anlagen erhalten,die in den folgenden Jahrzehnten auch zu Pflastersteinen für den Chaussebauverarbeitet wurden. Auf dem Weg zum Megalithgrab kommt der Wanderer an einemBlockhaus vorbei, das jetzt als Wochenenendhaus genutzt wird. Dieses Blockhausließ J. O. von der Hagen 1932 als Museum errichten. Es beherbergte bis 1945die reichhaltigen archäologischen und volkskundlichen Sammlungen, die derRittergutsbesitzer zusammengetragen hatte. J. O. von der Hagen betreuteals ehrenamtlicher Kustos das Museum des Uckermärkischen Musems- und Geschichtsvereinszu Prenzlau. Er führte zahlreiche Ausgrabungen durch und veröffentlichteihre Ergebnisse (K. Raddatz o. J.).
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11.Stegelitz - erweiterter Urdolmen
Lage:
Das Megalithgrab liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, 2,3 Kilometersüdöstlich von Stegelitz im Suckower Forst nahe dem Waldrand am Falkenbruch.

Zufahrt:
Von der Autobahn A11 Anschlußstelle Pfingstberg nach Stegelitz (Parkmöglichkeit)oder nach Steinhöfel (Parkmöglichkeit). Das Bodendenkmal liegt östlich desWeges von Stegelitz nach Steinhöfel, der Teilstrecke des Rundwanderwegesdurch die Mittlere Uckermark ist.
Beschreibung:
Das Megalithgrab ist ein erweiterter Dolmen aus Granitfindlingen in derAusrichtung Nordost-Südwest. Die Trägersteine stehen mit der glatten Seitenach innen in ihrer ursprünglichen Lage. Die Innenmaße der Kammer betragen2,50 Meter in der Länge und1,50-1,25 Meter in der Breite. An der nordöstlichenSchmalseite steht ein Abschlußstein. Die beiden Langseiten werden durchje 2 Trägersteine gebildet. An der südwestlichen Schmalseite befindet sichder Eingang, der durch einen weiteren schmalen Trägerstein zur Hälfte geschlossenwar.


Ein Deckstein ist in die Kammer gefallen. Der zweite Deckstein ist überdie östliche Ecke nach außen abgerutscht. Die Kammer ist von einem Rollsteinhügelumgeben. (E. Sprockhoff 1967; J.O. von der Hagen 1915).
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1Die folgenden Angaben nach H. Schumann 1904; E. Schuldt 1975; E. Kirsch1993. Die in Klammern gesetzte Angabe der Grabnummern erfolgt nach dem Planvon E. Schuldt 1975, Abb.2. Die etwas willkürlich verteilten Nummern wurdenbereits von Kiekebusch wohl in der Reihenfolge der Auffindung der Anlagenvergeben. back
2Es handelte sich eindeutig um 3 Kinderbestattungen (vergl. E. Schuldt 1975).Deshalb ist die Bezeichnung "Kinderdoppelgrab" in der Beschilderung desSteinzeitwanderweges nicht korrekt. back
3H. Schumann (1904) folgerte daraus, daß der Tote bei der Bestattung aufrechtsitzend oder hockend an die Wand gelehnt worden wäre. back
Text:R. Schulz
redaktionelle
Internetbearbeitung:

G. Lutze
Abb.:


aus Heft 4der Reihe
"Entdeckungen entlang der Märkischen Eiszeitstraße"